Das
Sonnengeflecht ist ein Netzwerk aus Organisationen in der Region Rhein-Main-Neckar-Pfalz,
die sich für spirituelle Zusammenarbeit interessieren. Die dahinter stehende Idee ist,
die Zukunft aus der Gesellschaft heraus mitzugestalten und spirituelle Arbeit in der
Öffentlichkeit darzustellen.
Seit 2003 organisieren die Partnerverbände des Netzwerks ca. 20 Veranstaltungen pro Jahr
im Raum Rhein-Main-Neckar-Pfalz und bringen Menschen aus den unterschiedlichsten Glaubens-
und Wissensgebieten zusammen. Im Netzwerk organisiert sind Lebensgemeinschaften,
Lichtarbeiter, Tauschringe, spirituell ausgerichtete Gruppen und Interessensgruppen für
alternative Lebensweisen. Allen gemeinsam ist die Offenheit für Gäste und die
Philosophie des Gebens und Nehmens, so dass kein Mensch aus finanziellen Gründen
ausgeschlossen bleiben muss.
Nur in der Gemeinschaft ist Individualität möglich, ohne Gemeinschaft gibt es keine
Individuen. Alternativen zur Institutionalisierung, Globalisierung, Neoliberalisierung der
Welt sind vor allem durch lokale Projekte zu begegnen. Gelebte Spiritualität ist der
Motor einer stillen Revolution, die ihre Vorläufer in Menschen wie Victor Schauberger,
Nicolas Tesla, Wilhelm Reich, Karl Landauer, Gusto Gräser, Charles Fourier, Joseph Beuys,
Hans Christian Ströbele u.v.m. die in ihrer Zeit auf große Widerstände stießen. Der
realen Umsetzbarkeit von Kunst und Kultur in der Politik sind auch in unseren Zeiten
Grenzen gesetzt; Grenzen die überwunden werden wollen durch Fröhlichkeit, Offenheit,
Spontanität, Musik, Selbstgestaltung, Kreativität.
Religiösität ist ein wichtiger Bestandteil des menschlichen und des sozialen Lebens. Die
heutigen Religionen sind eher Institutionen des Rechts und des Staats als gelebte
Philosophie. Sie behindern das Zusammenwachsen der Völker eher, als das sie es fördern.
Jeder Mensch soll seine Religion frei und gleichberechtigt in jedem Teil der Erde
nebeneinander ausleben können. Die meisten der teilnehmenden Gruppen des Netzwerks sind
ein heterogenes Gemisch aus allen möglichen Formen des Glaubens, von Schamanismus über
das Tao, indische Weisheiten, existentialistisch geprägte Anschauungen und vieles mehr.
Wir kooperieren aber auch mit Religionsgemeinschaften, die offen für den Diskurs sind.
Wir wollen eine Gesellschaft, in der Toleranz und Respekt keine Floskeln sind, wo eine
transparente Kommunikation die Mitarbeit aller fördert und wo Menschen sich offen
begegnen. Gerade in Zeiten von Krisen, wo Stress und Überforderung den Alltag regieren,
ist ein Signal der Menschlichkeit zu setzen. Unsere Projekte basieren alle auf
freiwilligem Engagement und dem Prinzip des Low Budget. Jeder soll an ihnen teilnehmen
können, Sinnlichkeit und Freude erfahren können, entspannen und sich selbst
verwirklichen, es gibt keine hierarchischen Konstrukte von Mitgliedschaft, Vorständen
oder unveränderbaren Regeln, wo sie nicht nötig sind. Leiten tut der, der sich berufen
fühlt.
Wir bewegen wir uns im öffentlichen Raum, in für Jedermann mietbaren Räumen, um keine
ideologischen Abgrenzungen zu provozieren. Allen Veranstaltungen liegt die Idee der
Eigeninitiative zugrunde, d.h. es sollte möglichst viel Raum für offene und spontane
Begegnungen geben. Wichtig sind uns z.B. lebendige Rituale, Gebete, kreative Gestaltung
und das gemeinsame Singen zum Öffnen der Herzen, die gewaltfreie Kommunikation, das
Prinzip des Magic Hats, Gemeinschaftsbildung nach Scott Peck und Forumsarbeit. Dadurch
können wir jeden Tag authentisch ohne Programm, ohne Vorgaben, ohne Streben nach einem
bestimmten Ziel gestalten, es ergibt sich, was sich ergibt. Wir sind es heute vielleicht
nicht mehr gewohnt, einfach ohne Hilfsmittel fröhlich zu sein. Doch der offene Kontakt
mit dem Anderen ist die zentrale Idee des Menschseins, durch den unvoreingenommenen
Kontakt werden wir nach Martin Buber erst zum Menschen. Es wird Zeit, die Kraft der
spirituellen Bewegung für politisch notwendige Wandlung zu nutzen und allen Geschöpfen
friedlich und unvoreingenommen zu begegnen. Wir freuen uns über alle, die uns dabei
unterstützen wollen, den Raum dafür zu schaffen.
Herzlich
Für das Sonnengeflecht
Andreas Bleeck |